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Im Straußenland – Oudtshoorn und Umgebung

Mittlerweile sind wir von Swellendam nach Oudtshoorn gereist, einem Städtchen in der Kleinen Karoo. Hier ist das Zentrum der südafrikanischen Straußenzucht mit zahlreichen Straußenfarmen in der näheren Umgebung. Natürlich wollen wir uns solch eine Farm auch anschauen. Auf unserer Liste stehen außerdem die berühmten Cango Caves, der Swartberg Pass und ein Ausflug zur Garden Route, um uns die Städtchen George und Mossel Bay anzuschauen. Bei unserer Reiseplanung haben wir uns für eine ganze Woche Oudtshoorn entschieden, um den Kindern auch hier die Möglichkeit zu geben anzukommen und ein „Zuhause“ zu haben. Lieber wollen wir Tagesausflüge in die Umgebung machen als nach drei Tagen wieder die Koffer zu packen, nur um direkt an der Gardenroute zu nächtigen. Obwohl wir wegen der Ausflüge zum Swartbergpass und zur Gardenroute mehr als sonst im Auto sitzen, können wir es mit Fahrten über den Mittagschlaf und kleinen Zwischenstopps mit Ausflügen zu einer Erdbeerfarm oder einem Wasserfall auch für die Kinder angenehm gestalten, so dass keine Langeweile entsteht und wir jedes Highlight sehr genießen.

  • Unser Besuch auf einer Straußenfarm

    Die bekannteste und größte Farm „Highgate“ wollen wir nach einigen Recherchen nicht besuchen, da dort immer noch das Reiten auf den Straußen angeboten wird. Wir entscheiden uns für die Safari Ostrich Farm, bei der man eine Führung mit einem Traktor über die Straußenfarm macht und drei Straußenarten kennen lernt. Wenn man möchte darf man bei einem kurzen Walk über einen Teil der Farm auch Strauße füttern und ein Straußenei halten. Die Traktorfahrt und die Nähe zu den Tieren, die immer wieder neugierig heran kommen sowie die Fütterung der Tiere hat unseren Kindern besonders viel Spaß gemacht.

    Straußenfarm

    Straußenfarm

  • Cango Caves

    Die Cango Caves gehören sicherlich zu den meistbesuchten Orten in der Gegend rund um Oudtshoorn. Es handelt sich hierbei um ein riesiges Höhlensystem von über 4 km Länge, von denen Cango 1, der erste Teil der Höhle mit etwa 1200 m Länge für Touristen zugänglich ist. Der restliche Teil der Höhle steht unter Schutz und wird der Öffentlichkeit auch in Zukunft nicht zur Besichtigung zur Verfügung gestellt. In Cango 1 können wir zwei beeindruckende große Hallen mit schönen Tropfsteinformationen besichtigen. Unsere Kinder finden die Höhle nach kurzer Zeit nicht mehr so spannend, was aber nicht so schlimm ist, da die Führung nur eine Stunde dauert. Für ältere Kinder ist diese Tour sicherlich interessanter und geeigneter als für Kleinkinder.

    Cango Cave

    Cango Cave

  • Swartbergpass

    Oudtshoorn liegt in der Nähe des berühmten Swartbergpasses, der als einer der schönsten Pässe Südafrikas gilt. Trotz der langen Fahrt (1,5 Stunden) von Oudtshoorn über den Pass nach Prince Albert wollen wir mit den Kindern den Roadtrip wagen und fahren über den Mittagschlaf die wunderschöne Strecke. Es verschlägt uns immer wieder den Atem, so schön ist der Weg zum Pass, über den Pass und wieder hinunter bis Prince Albert. Besonders der Teil hinunter zum kleinen, sehr hübschen Dörfchen Prince Albert hat es uns angetan. Die schroffen Berghänge und das teilweise gefaltete Gestein beeindrucken uns ungemein.

    Swartberg Pass

    Swartberg Pass

    Im Dorf angekommen kehren wir ins Lazy Lizard ein, einem tollen familienfreundlichen Restaurant mit einem schönen Garten und vielen Spielmöglichkeiten für die Kinder. Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns gut gestärkt auf den Rückweg über die nicht minder beeindruckende Schlucht Meiringspoort mit ihrem gleichnamigen Wasserfall auf der Hälfte der Strecke. Der kleine Walk zum Wasserfall kommt gerade richtig, denn lange Autofahrten am späten Nachmittag können mit unseren Kleinen auch schnell anstrengend werden. Leider ist uns das Wasser zum Baden zu kalt, so dass wir lediglich die Füße einmal kurz rein halten und die Kinder ein wenig auf den Felsen herum klettern. Der kurze Stopp hat uns gut getan und so schaffen wir gut gelaunt die restlichen 40 Minuten bis zu unserer Unterkunft.

  • Weitere Roadtrips rund um Oudtshoorn

    Oudtshoorn bietet für alle Freunde von Roadtrips einige wunderschöne Bergpässe oder auch die berühmte Route 62, die wir euch sehr ans Herz legen wollen. Mit Kind im Gepäck sollte man entweder über den Mittagsschlaf fahren und wenn sie schon zu alt dafür sind nach geeigneten Zwischenstopps Ausschau halten. Hier geht es zu unseren Tipps für Autofahrten mit Kleinkindern.

    • Route 62

      Die Route 62 wird oft verglichen mit der amerikanischen Route 66. Sie führt vom Bergdorf Montagu durch die Kleine Karoo bis nach Oudtshoorn. Wir fahren von Swellendam kommend den Teil ab Berrydale. Auf dem Weg durch die beeindruckende karge Halbwüstenlandschaft der Kleinen Karoo kommt man auch am berühmten Ronnie’s Sex Shop vorbei, an dem wir einen Zwischenstopp einlegen.

      Ronnie's Sex Shop

      Ronnie’s Sex Shop

      Nachdem Freunde von Ronnie aus Spaß an seinen als Obst- und Gemüseshop geplanten Laden Ronnie’s Shop das Wort Sex hinzufügten und daraufhin immer mehr Leute anhielten wurde aus dem Laden ein Pub. Mittlerweile ist es einer der meistbesuchten Pubs Südafrikas und weltweit bekannt. Die Kinder sind begeistert von dem Pub und den vielen Visitenkarten, Geldscheinen und sonstigen Verewigungen, die Tausende von Touristen dort gelassen haben. Der Besitzer Ronnie ist ein Unikat und sehr sympathisch, so dass auch wir mit ihm ohne schlechtes Gewissen das klassische Touribild machen.

    • Montagu Pass und Outeniqua Pass

      Bei unserer Ankunft in Oudtshoorn standen etliche Hektar Land zwischen George und Oudtshoorn in Brand. So auch große Teile der Berglandschaft rund um den Montagu Pass und den Outeniqua Pass. Einige Tage später dürfen wir über die vorher gesperrten Pässe fahren und blicken auf eine skurrile, beeindruckende schwarze Landschaft, die ein wenig an Mordor von Herr der Ringe erinnert.

      Montagu Pass nach Garden Route Fire 2018

      Montagu Pass nach Garden Route Fire 2018

    • Robinson Pass

      Zwischen Oudtshoorn und Mosselbay liegt dieser ebenfalls sehr schöne Pass. Auf halber Strecke liegt das sehr empfehlenswerte Bistro Ruiterbos, in das wir eingekehren, um die einstündige Fahrt ein wenig zu entzerren. Hier gibt es einen Spielplatz mit Wiese und phantastische Pizzen aus dem Holzofen.

      Ruiterbos Bistro

      Ruiterbos Bistro

  • Reit-Safari im Private Game Reserve Botlierskop

    Normalerweise machen wir Safaris nur in Nationalparks, in denen man als Selbstfahrer auf die Pirsch gehen kann. Es ist für uns immer wieder ein besonderes Erlebnis, Tiere selber zu entdecken und diese so lange wie wir wollen zu beobachten. Es kann vorkommen, dass wir mit unserem Wagen lange vor ein und demselben Tier stehen und es einfach nur beobachten (bevor wir Kinder bekommen haben). Mit anderen Touristen zusammen gepfercht in einem Bus oder ähnlichem zu sitzen und die Tiere durch einen Guide präsentiert zu bekommen, entspricht nicht unseren Vorstellungen von einer gelungenen, erfüllenden Safari. Aufgrund dessen wollten wir bisher noch nie ein privates Game Reserve besuchen.

    Reitsafari Botlierskop Game Reserve

    Reitsafari Botlierskop Game Reserve

    Die Vorstellung eine Safari zu Pferde zu machen hat uns nun aber doch in ein privates, das Botlierskop Game Reserve, gelockt. Da man zu Pferd von anderen Tieren ebenfalls als solches wahrgenommen wird, kann man viel einfacher näher an die Tiere herankommen. Wir haben das Glück jeweils alleine mit unserem Guide den Ausritt in dem, zwischen 5000 und 6000 Hektar großen Reserve machen zu können und erfahren von ihm, dass das Gebiet in zwei Bereiche geteilt ist. Wir bleiben im Teil ohne Löwen, Büffel und Elefanten. Während die Kinder vergnügt vor den Ställen auf der Terrasse mit Blick auf einige Gnus und Bergzebras spielen, reiten wir nacheinander jeweils eine Stunde in das Reserve. Wir sehen viele Antilopen (Impalas, Wasserböcke, Gnus und andere), große Schildkröten und vier Nashörner. Letztere sind sicher das Highlight. Da die Nashörner die Pferde kennen und sie keine Bedrohung darstellen, können wir recht nah heran reiten und sie beobachten. Was für ein schönes Erlebnis. Gleichzeitig können wir in der Ferne zahlreiche vollgepackte Safariautos mit bis zu 12 belegten Plätzen sehen und sind froh statt in den vollen Wagen auf den großen Wegen im Sattel kleine Trampelpfade entlangzureiten.

  • Mosselbay, George und die Redberry Farm

    Bei unserem Ausflug zur Garden Route statten wir den Städtchen Mosselbay und George einen Besuch ab. In der Nähe von George verbringen wir einen kurzweiligen Vormittag auf der kindgerechten Redberry Farm. Die Kinder können hier auf dem großen Erdbeerfeld ihre Erdbeeren selber pflücken und anschließend natürlich auch verzehren. Neben einem tollen Spielplatz bietet die Farm die Möglichkeit mit einer kleinen Eisenbahn zu fahren, ein Labyrinth zu durchlaufen, uvm.

    Erdbeeren pflücken auf der Redberry Farm

    Erdbeeren pflücken auf der Redberry Farm

    Das schöne Städtchen Mosselbay haben wir uns lediglich aus dem Auto heraus angeschaut und lieber den netten Strand an der Landspitze besucht. Hier gibt es für Kinder Felsen zum Klettern und Krebse suchen, ein Gezeitenbecken, einen kleinen Spielplatz sowie Möglichkeiten in ein Restaurant direkt am Strand einzukehren.
    Auch George haben wir uns nur oberflächlich aus dem Auto heraus angeschaut, fanden dieses Städtchen (daher?) aber vergleichsweise reizlos.

  • Unser Fazit

    Oudtshoorn als Stadt hat uns nicht so gut gefallen wie beispielsweise Swellendam, das mit seinen reetgedeckten Häusern sehr hübsch ist. Dennoch hatten wir eine schöne Zeit dort. In unserer Unterkunft haben wir und die Kinder uns sehr wohl gefühlt und alle Ausflüge in die wunderschöne Umgebung haben sich gelohnt, auch wenn es manchmal etwas mehr Fahrerei war als sonst.
    Nach zwei Wochen in den Bergen (Swellendam und Oudtshoorn) freuen wir uns nun wieder ans Meer zu fahren. Die berühmte Garden Route wartet auf uns. Mosselbay und George haben wir uns bereits angeschaut. Nun warten Wilderness, Knysna und Plettenberg Bay auf uns. In letztgenanntem Ort werden wir eineinhalb Wochen wohnen, um von dort aus mit Ausflügen die Umgebung zu erkunden.

5 Kommentare

  1. Pingback: Wir erkunden die Garden Route – Plettenberg Bay, Knysna und co – bela-mondo.de

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